Krankheitsbilder in der Intensivpflege

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Das Wichtigste in Kürze

  • Außerklinische Intensivpflege richtet sich nach dem Pflegebedarf, nicht nach einer bestimmten Diagnose.
  • Häufige Gründe sind Beatmung oder Trachealkanüle bei neuromuskulären Erkrankungen, Querschnittlähmung, COPD oder Hirnschädigung.
  • Jede Versorgung bekommt eine individuelle Pflegeplanung mit klaren Zielen.

Hinter jeder Intensivpflege steht ein Mensch mit einer eigenen Geschichte. Die Erkrankungen, die eine außerklinische Intensivpflege nötig machen, sind sehr unterschiedlich. Hier geben wir einen Überblick über die häufigsten Krankheitsbilder, die wir in München und Umgebung pflegen, und darüber, worauf es in der Pflege jeweils ankommt.

Intensivpflege bei ALS (Amyotrophe Lateralsklerose)

Bei ALS werden die Nervenzellen, die die Muskeln steuern, nach und nach geschädigt. Im Verlauf ist häufig auch die Atemmuskulatur betroffen. Viele Betroffene nutzen zunächst eine nicht-invasive Maskenbeatmung, später manchmal eine invasive Beatmung über Trachealkanüle. Im Mittelpunkt der Pflege stehen sichere Atmung, Sekretmanagement mit Hustenassistenz und Absaugung, Kommunikation (zum Beispiel mit Augensteuerung) und die Achtung der Wünsche der betroffenen Person, die oft in einer Patientenverfügung festgehalten sind.

Intensivpflege bei anderen neuromuskulären Erkrankungen

Auch Muskeldystrophien, spinale Muskelatrophie oder myasthene Syndrome können die Atmung so schwächen, dass eine Heimbeatmung nötig wird. Pflegefachkräfte überwachen Atmung und Sauerstoffsättigung, unterstützen beim Abhusten und achten auf Lagerung, Mobilität und Ernährung.

Intensivpflege bei hoher Querschnittlähmung

Bei einer Verletzung des oberen Halsmarks kann die Atemmuskulatur ganz oder teilweise ausfallen. Betroffene sind dann dauerhaft oder zeitweise beatmet. Die Pflege umfasst Beatmung und Trachealkanüle, Blasen- und Darmmanagement, Dekubitusprophylaxe, das Erkennen einer autonomen Dysreflexie und vor allem die Unterstützung eines möglichst selbstbestimmten Alltags.

Intensivpflege bei COPD und chronische Lungenerkrankungen

Bei schwerer COPD oder anderen chronischen Lungenerkrankungen kann eine nicht-invasive Beatmung, oft nachts, die Atemmuskulatur entlasten. Ist eine invasive Beatmung nach einem Klinikaufenthalt nötig, geht es um sichere Beatmung, Sekretmanagement, Inhalation, Infektvorbeugung und – wenn möglich – die schrittweise Entwöhnung.

Intensivpflege bei Schlaganfall und Hirnschädigung

Nach einem schweren Schlaganfall, einer Hirnblutung oder einem Sauerstoffmangel des Gehirns brauchen manche Menschen dauerhaft eine Trachealkanüle oder Beatmung. Dazu gehören auch Menschen im Syndrom reaktionsloser Wachheit (früher „Wachkoma“). Die Pflege umfasst Atemwegsmanagement, Schluck- und Kommunikationsförderung, therapeutische Lagerung und basale Stimulation sowie die enge Zusammenarbeit mit Therapeutinnen und Therapeuten.

Intensivpflege bei Multipler Sklerose im fortgeschrittenen Stadium

In seltenen, weit fortgeschrittenen Verläufen der MS können Schluckstörungen und eine geschwächte Atmung eine Trachealkanüle oder Beatmung erforderlich machen. Die Pflege richtet sich nach dem individuellen Verlauf und verbindet Atemwegsmanagement mit Mobilitätserhalt, Schmerztherapie und psychosozialer Begleitung.

Intensivpflege bei Langzeitbeatmung nach Intensivbehandlung

Nach einer langen Intensivbehandlung – etwa nach schwerer Lungenentzündung, Sepsis oder großer Operation – gelingt die Entwöhnung von der Beatmung nicht immer im Krankenhaus. Dann kann sie zu Hause oder in einer Wohngemeinschaft weitergeführt werden. Die regelmäßige Potenzialerhebung prüft, ob eine Entwöhnung möglich ist.

Ihre Situation ist anders?

Viele Menschen haben mehrere Erkrankungen gleichzeitig. Sprechen Sie uns an – wir prüfen gemeinsam mit Ihnen, ob und wie eine Versorgung zu Hause möglich ist: 0173 9422 607 (24/7) oder Kontaktformular.

Weiterlesen: Heimbeatmung · Leben mit Trachealkanüle · Häufige Fragen

Häufige Fragen

Versorgt HOLLER MEDIC auch Menschen ohne Beatmung?

Ja, wenn ein besonders hoher Bedarf an medizinischer Behandlungspflege besteht – zum Beispiel bei einer Trachealkanüle mit häufigem Absaugbedarf. Entscheidend ist der individuelle Bedarf.

Wie wird die Pflege an die Erkrankung angepasst?

Vor Beginn der Versorgung erstellen wir gemeinsam mit Ärztinnen, Ärzten und Angehörigen eine Pflegeplanung, die Erkrankung, Therapieziele und persönliche Wünsche berücksichtigt. Sie wird regelmäßig überprüft und angepasst.

Redaktion HOLLER MEDIC · Stand: November 2026. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall.